IMG 1517In der Woche vom 20. bis zum 25. Januar 2014 hatten die Schüler der Jahrgangsstufe 12 die Möglichkeit, die Naturwissenschaften in der Praxis zu studieren und die Ergebnisse ihrer eigenständigen Arbeit auszuwerten und auch anzuwenden.

Zusammen mit ihren Fachlehrern Frau Wilms, Herrn Martin und Herrn Stahl besuchten Sie die Laborpraktische Veranstaltung „Biologie trifft Technik – Bau eines Glucose-Sensors“.

Dem Ganzen ging eine Fachvorlesung im Hause der Musikbetonten Gesamtschule Zeuthen voraus. Der anschauliche Vortrag durch den Dozenten, Herrn Winkler, war äußerst interessant und praxisorientiert. Es begeisterte im Vortrag besonders die Gedankenführung des Veranstalters, der Biosystemtechnik/Bioinformatik der TH Wildau – der Kooperationspartner der Gesamtschule Zeuthen. Vom Einfachen zum Komplizierten könnte der Slogan lauten. Der Weg von der Untersuchung eines Fühlers des Kartoffelkäfers zum Bau eines Sensors im Labor bzw. Institut war für die Schüler sehr gut nachvollziehbar. Sie konnten verfolgen, wie ein Wissenschaftler denkt, plant und seine Erkenntnisse in der Technik oder Wirtschaft umsetzt.

 

So erklärte der Dozent, dass die Forschungen immense Bedeutung u. a. für die Ökologie haben. Stattet man z. B. eine elektronische Libelle mit dem nachgebauten Sensor des Kartoffelkäfers aus, kann diese über ein Kartoffelfeld fliegen, die Emissionen der Signalstoffe der vom Käfer angefressenen Blätter registrieren und nun gezielt die Käferpopulation im abgegrenzten Gebiet mit Pestiziden bekämpfen. Damit werden Ressourcen gespart und die Umwelt weniger mit Pestiziden belastet. Dies soll nur ein Beispiel der Kontextorientierung der Veranstaltung sein.

Im Labor der Biosystemtechnik/Bioinformatik findet die Veranstaltung „Biologie trifft Technik“ bereits seit vielen Jahren statt. Neben Schülern unserer Schule nehmen auch Schüler der umliegenden Gymnasien daran teil.

Es muss hier hervorgehoben werden, dass mit dieser Veranstaltung die TH Wildau einen enormen Beitrag leistet, um die Schülerinnen und Schüler studierfähig zu machen. Besonders für die sehr freundliche und kompetente Betreuung durch Herrn Kapp und Herrn Winkler möchte ich mich an dieser Stelle sehr herzlich bedanken.

Im Labor standen die Schülerinnen und Schüler z. T. vor gänzlich neuen Aufgaben und Anforderun-gen. Hier waren logisches Denken und die Kenntnisse mathematisch-chemischer Sachverhalte gefragt. Biologie und Mathematik oder Biologie und Chemie – geht denn das? Hat das alles über-haupt miteinander zu tun? Und kommt beim Arbeiten mit dem Foto-Spektroskop nun auch noch die Physik dazu?
Auf jeden Fall! Das selbständige Erstellen einer Verdünnungsreihe mussten die Schüler sachlogisch planen. Dazu benötigten sie mathematische Kenntnisse. Die Auswertung des Spektrogramms erfordert wiederum Kenntnisse der Welleneigenschaften des Lichtes – hier ist eben die Physik im Spiel.

Eine Schülerin meinte bei der Evaluation der Veranstaltung im Biologieunterricht:

„Man war erstaunt, dass der Zusammenhang zwischen diesen Fachgebieten so interessant sein kann.

Mit diesem Aufenthalt wurde somit nicht nur ein spannendes Experiment durchgeführt, sondern auch Grundlagen für den Biologie- sowie Chemieunterricht geschaffen. Außerdem bekamen die Schüler einen vorzeitigen Einblick in das Studienleben an der TH Wildau im Studiengang Biosystemtechnik/Bioinformatik.“

Somit ist es wieder einmal gelungen, die Schüler in die Praxis „zu entführen“, einmal weg vom Klassenzimmer. Und dazu erkannten sie, dass nicht nur eine, sondern alle Naturwissenschaften im Zusammenhang in der heutigen Zeit Lösungsansätze für Probleme liefern können, die in der heutigen Zeit anfallen und somit jeden von uns betreffen können.

Ich möchte mich auch sehr herzlich bei den Schülerinnen und Schülern für ihr Interesse und den Forscherwillen bedanken, dadurch wurde die Veranstaltung ein so großer Erfolg.


Torsten Stahl

Fachlehrer Biologie/Chemie

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