Schulchor der Musikbetonten Gesamtschule „Paul Dessau“ führt Bernstein-Sinfonie im Konzerthaus Berlin auf

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Am Freitag, dem 09.11.2018, saß den Sängerinnen und Sängern des Schulchores der Musikbetonten Gesamtschule „Paul Dessau“ Zeuthen das Lampenfieber ordentlich im Nacken. Nach schweißtreibenden Proben und damit verbundenen zahlreichen Fahrten zwischen Zeuthen und Berlin führten sie zusammen mit dem Berliner Konzertchor und weiteren anderen Jugendchören Leonard Bernsteins 3. Sinfonie „Kaddish“ im Konzerthaus Berlin auf.

Im Frühjahr dieses Jahres erreichte den Paul-Dessau-Chor die Nachricht: Jan Olberg, Leiter des Berliner Konzertchores und des Oberstufenchores „Die Primaner“ des Georg-Friedrich-Händel-Gymnasiums Berlin, lud zur Teilnahme an dem Mammutprojekt ein. Als er vom Konzerthaus Berlin die Gelegenheit für einen Auftritt am 09.11.2018 erhielt, war seine Entscheidung schnell gefällt. Am Tag der 80. Wiederkehr der Reichspogromnacht im Jahr von Leonard Bernsteins 100. Geburtstag musste es die 3. Sinfonie des Meisters werden, die das Kaddish, das Totengebet, das wichtigste Gebet des Judentums, vertont.

Bernsteins Werk gehört zu den anspruchsvollsten der sinfonischen Chorliteratur. Trotzdem folgten 20 Sängerinnen und Sänger des Paul-Dessau-Chores, wenn auch mit Bauchschmerzen, Jan Olbergs Einladung. „Wie sollen wir das nur schaffen?“ dachte Michelle Ribbecke aus der 12. Jahrgangsstufe gleich nach der ersten Probe.

Es folgte eine aufregende, aufwändige Erarbeitungsphase, bestehend aus Einzelproben in der Schule sowie zwei Chorwochenenden im September und Oktober. Die Proben liefen mit hoher Konzentration ab. Julia Kunze, Altistin aus der 11. Jahrgangsstufe, erinnert sich: „Diese Gemeinschaftsproben waren viel effektiver als die Einzelproben in der Schule.“ Hinzu kam, dass professionelle Stimmbildner die Jugendlichen unterstützten, das Werk gesanglich zu bewältigen.

Als dann am Ende der Ferien die Haupt- und Generalprobe zusammen mit dem international bekannten Schauspieler Reiner Schöne (u.a. Synchronstimme Optimus Prime in Transformers) und einem vollen Sinfonieorchester absolviert wurden, schwand auch bei den letzten Skeptikern der Zweifel am Erfolg des Auftritts.

Am Abend des Konzerts stand sämtlichen Sängerinnen und Sängern die Aufregung förmlich ins Gesicht geschrieben. Würden sie die Einsätze richtig hinbekommen? Würden sie sich auch nicht versingen ?

Die Befürchtungen erfüllten sich nicht und am Ende gab des Standing Ovations von den stolzen Familienangehörigen, Lehrern und Kulturbegeisterten. „Ich bekomme jetzt noch eine Gänsehaut,“ sagt Dagmar Herse, Sekretärin der Musikbetonten Gesamtschule „Paul Dessau“.

Auch für die Schülerinnen und Schüler war das Konzert ein unvergessliches Erlebnis. Jan Schumann aus der 9. Jahrgangsstufe bringt es auf den Punkt: „Es war einfach nur episch!“

Katharina Krause, 12.11.2018